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VINOPHILES

Italien erobert ersten Platz der weltweiten Weinproduktion
Laut ersten Schätzungen der OIV steigt die weltweite Weinproduktion in 2015 um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht an und beläuft sich auf insgesamt 275,7 Millionen Hektoliter. (DWI)

FRANKREICH (Paris) - Bessere Witterungsbedingungen während der Vegetationsperiode 2015, vor allem in den nördlicheren Weinregionen Italiens, führen zu einer Quantität der Weinernte von rund plus 10 Prozent, heißt es in einer Pressenotiz der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV). Auf knapp 50 Millionen Hektoliter wird Italiens Weinernte geschätzt, was circa einem Äquivalent von über 6,5 Milliarden Flaschen entspricht.

 

Damit wird Italien den Spitzenplatz als weltweit größter Weinproduzent noch vor Frankreich in Anspruch nehmen. Die Weinernte in Frankreich wird auf 47,4 Millionen Hektoliter geschätzt - rund ein Prozent Anstieg gegenüber dem Vorjahr - was rund 6,32 Milliarden Flaschen entspricht. Hinsichtlich der Qualitäten haben beide Länder beim Jahrgang 2015 versucht, die Gesamtproduktion von Tafelweinen zu reduzieren, bescheinigt die OIV.

In beiden Ländern, sowohl in Frankreich als auch in Italien, ist der Pro-Kopf-Verbrauch im Inland gesunken auf ein Allzeittief. Auch deswegen versuchen beide Weinnationen längst, ihren Qualitätsanspruch in den Exportmärkten zu promoten. Währenddessen hat die EU die Bedingungen zur Entschädigung der Rodung von unrentablen Weinflächen gelockert.

Spanien hält den dritten Platz in der weltweiten Weinproduktion mit einer geschätzten Quantität von 35,6 Millionen Hektolitern, was rund 4,9 Milliarden Flaschen entspricht. Dies wäre ein Rückgang der Menge von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Außerhalb Europas konnte Chile seine Weinproduktion um 23 Prozent steigern, bezogen auf die Weinernte 2014. Damit erreicht das aufstrebende Weinland einen Rekord von 12,87 Millionen Hektoliter, entsprechend 1,7 Milliarden Flaschen.

In Argentinien wird eine Reduzierung der Weinproduktion um zwölf Prozent erwartet. Dies würde dann einer Quantität von 13,4 Millionen Hektolitern und 1,79 Millionen Flaschen entsprechen. Währenddessen bleibt die USA der größte Weinkonsument weltweit, wobei die US-Staaten zusammen den vierten Platz in der weltweiten Weinproduktion halten. Dort wird die Weinproduktion auf 22,1 Millionen Hektoliter geschätzt - eine Steigerung um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr - entsprechend 2,9 Milliarden Flaschen. 

Mal abgesehen von den außergewöhnlich hohen Produktionszahlen in Neuseeland im Jahr 2014 bleibt die dortige Weinproduktion mit 2,4 Millionen Hektoliter und in Australien mit 12 Millionen Hektoliger nahezu stabil. Laut ersten Schätzungen der OIV steigt die weltweite Weinproduktion in 2015 um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr leicht an und beläuft sich auf insgesamt 275,7 Millionen Hektoliter.

Die Deutschen belegen weiterhin Platz zehn im Rang der weltweiten Weinproduktion. Mit insgesamt 9,2 Millionen Hektolitern liegt die bundesweite Erntemenge neun Prozent über der des Vorjahres und bewegt sich damit auf dem Niveau des Zehnjahresmittels; nach der kleinen Ernte in 2013 konnten die Bestände vielerorts wieder aufgefüllt werden. Der Weinjahrgang 2014 kann sowohl aus quantitativer als auch aus qualitativer Sicht als marktgerecht angesehen werden. Was die Exportzahlen betrifft, so haben deutsche Weinexporteure im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,2 Millionen Hektoliter Wein deutschen Ursprungs im wert von 315 Millionen Euro ausgeführt. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von 9,2 Prozent in der Menge und von 5,6 Prozent im Wert. Die Exportrückgänge sind in erster Linie auf die unterdurchschnittliche Erntemenge des Jahrgangs 2013 zurückzuführen, weshalb nahezu alle Auslandsmärkte nicht im vollen Umfang bedient werden konnten. 

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