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ÜBRIGE WEINLÄNDER

Russland investiert 250 Millionen Euro in Krimwein-Industrie
Kenner der Politszene meinen zu wissen, dass sich die russische Regierung auch formell mit Staatsmitteln an der Weinindustrie beteiligen will, um entsprechenden Einfluss und Kontrolle ausüben zu können (© Massandra)

URKAINE (Krim) – Nachdem die russische Regierung die Krim annektiert hat werden sukzessive die hier herrschenden lukrativen wirtschaftlichen „Potenzen“ übernommen, sprich verstaatlicht. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Investition von bis zu 250 Millionen Euro in den Ausbau der Krimwein-Industrie. Dabei sollen auch die Rebflächen auf bis zu 60 Prozent erweitert werden. Als Teil der staatlichen Pläne soll die gesamte Weinfläche auf der Krim bis zum Jahr 2025 von aktuell etwa 37.000 Hektar auf 100.000 Hektar ausgeweitet werden. Die Weinindustrie der Krim erhofft sich damit eine Brutto-Wertschöpfung von mindestens 15 Prozent.

 

Im gleichen Planungszeitraum von zehn Jahren soll die Produktion an Traubensaft auf über stolze 700 Prozent erhöht werden. Parallel werden sich Weimimporte, die derzeit noch 80 Prozent der verkauften Weine halten, sukzessive in erheblichem Maß verringern. Das Projekt wurde von Ministerpräsident Dmitri Medwedew persönlich vorgestellt. „Das große Potential der Weinindustrie auf der Krim ist nicht zu übersehen. Unsere Regierung plant eine Konzentration auf verschiedene Branchen, darunter fallen auch der Tourismus und insbesondere die Weinindustrie“, sagt Medwedew.

Kenner der Politszene meinen zu wissen, dass sich die russische Regierung auch formell mit Staatsmitteln an der Weinindustrie beteiligen will, um entsprechenden Einfluss und Kontrolle ausüben zu können. Erst kürzlich wurde Massandra, dass älteste Weingut der Krim, verstaatlich. Ob die weiteren großen und spezialisierten Kellereien wie „Magaratsch“ – ebenfalls in Jalta, „Novyj svet“ und „Solnetschnaja dolina“ in Sudak, „Koktebel“ in Feodosija, „Inkerman“ und „Solotaja balka“ in Sewastopol, „Fontan“ in Bachttschisaraj oder auch „Apelos“ in Ewpatorija und „Dionis“ in Simferopol das gleiche Schicksal erleiden (müssen) ist allerdings noch nicht bekannt.

„Diese Maßnahme ist ein Anstoß für die gesamte russische Weinindustrie“, sagt Vadim Drobiz, Direktor des russischen Zentrums für Forschung der föderalen und regionalen Alkoholmärkte. „Dass die Krim nun in den Fokus rückt ist sehr zu begrüßen, denn hier herrscht ein großes Potenzial.“ Um den Anschub auch wirtschaftlich umsetzen zu können und auch um einen Anreiz für Produktion und Absatz zu schaffen, plant die russische Regierung die Verbrauchssteuer abzuschaffen sowie die Einführung vereinfachter Verfahren hinsichtlich Genehmigungen und Registrierungen. Weitere Vorteile wie etwa der Vertrieb der Krimweine über staatliche Kanäle oder die Einführung von Quoten für Krimweine in Restaurants sollen das Vorhaben forcieren.

Die Weinproduktion auf der Krim führt ihren Ursprung auf die Antike zurück. Aber erst im 19. Jahrhundert begann die moderne industrielle Produktion von Weinen und Bränden. Der Bau von unterirdischen Produktions- und Lagerstätten für Tafel- und Dessertweine führt zurück auf Fürst Galizyn, der ab 1880 als Hauptweinmeister auf der Krim und dem Kaukasus wirkte. Die erste Weinfabrik entstand 1894 in Massandra, einem Vorort von Jalta.

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