Menü

ÜBRIGE WEINLÄNDER

Englands Winzer wollen eine Sussex Appellation
Die Sussex PDO lehnt sich an die Standards der Champagne an. (© Ridgeview Vineyards)

UK (London) – „Trinken Sie ein Glas Sussex“ – so oder so ähnlich könnte zukünftig ein Werbeslogan heißen. Und in der Tat, eine Sussex Appellation könnte Realität werden. Getreu dem Status der Champagne oder Bordeaux wollen Englands Winzer eine geschützte Ursprungsbezeichnung – „Protected Designation of Origin“ (PDO) – bei der Europäischen Union beantragen, die mit strengeren Normen aufwartet, als es die üblichen englischen Weinbauzonen fordern. 

 

Englands Weinregion Sussex verfügt über die größten Rebflächen Großbritanniens und weist ein ähnliches Klima und Bodentypen wie die Champagne auf. Die Erzeuger in Sussex produzieren überwiegend Schaumweine, aber auch zunehmend Stillweine. Inmitten steigender Nachfrage und zunehmenden Exporten englischer Weine hat sich auch die Regierung sowie der Weinverband des Südostens hinter die Forderung der Winzer nach einer Sussex PDO gestellt. 

Aktuell arbeiten die Winzer daran, die neuen Normen zu definieren. Unter anderem sollen Schaumweine länger in der Flasche reifen – mindestens 15 Monate. Und der Mindestalkoholgehalt soll ein höheres Niveau erreichen. Damit und mit weiteren Maßnahmen richten sich die Vorgaben nach denen der Champagne. „Wir brauchen außerdem einen strengeren analytischen Test für die Sussex PDO. Statt eines Fehler-Tests müssen unsere Weine zukünftig eine qualitative Bewertung bestehen“, erklärt Jamie Everett, CEO beim Weingut Rathfinny, einem Produzenten an der Speerspitze der Sussex-Kampagne.

„Außerdem dürfen nur Trauben verwendet werden, die in der Sussex PDO angebaut werden“, ergänzt Tamara Roberts, CEO bei de Ridgeview Vinyards und gleichzeitig Mitglied im Ausschuss der Sussex PDO. „Die bisher aufgestellten Normen werden weitgehend von den lokalen Winzern akzeptiert. Nur einige Erzeuger haben Bedenken hinsichtlich der Finanzierung, der Rebenvielfalt und des bürokratischen Prozesses geäußert.“

Generell soll die Sussex PDO für Schaumweine die gleichen Rebsorten erlauben wie in der Champagne und zusätzlich die weißen Sorten Arbanne, Grau- und Weißburgunder sowie die seltene Sorte Petite Meslier, die zuweilen in geringen Mengen auch für einzelne Champagne-Blends verwendet wird. Die Reben für Stillweine sind mit Weiß- und Grauburgunder, Bacchus und Ortega bestimmt.

Sam Linter, Weinmacher bei Bolney, vermisst eine Regel, die Winzer dann ausschließt, wenn sie es versäumen die neuen Standards der Sussex PDO zu erfüllen. „Bei den Trauben und bei der Produktion ist Qualität gefragt. Die können auch kleinere Winzer erreichen, wenn sie wollen“, sagt Linter. „aber es kann nicht sein, dass jeder, der in Sussex Wein produziert, automatisch den PDO Status erhält.“

Kommentare (0)
Anzeige
Werbung =>(Info)
Anzeige
Werbung =>(Info)