Sehr schwammig - und passend zu den üblichen Kommentaren aus diesem Haus, das gern bekundet, dass man sich für Lagenweine einsetzt, aber zugleich der Vernichtung von Lagen an der Mosel durch den Bau der höchst umstrittenen Brücke bei Ürzig an der Mosel freie Bahn lässt. Obwohl es immer wieder Möglichkeiten gäbe, hier auf die Bremse zu treten, weil sich neue Probleme im baulichen Bereich auftun.
Ministerin Ulrike Höfken, die sich gleich nach der Amtsübernahme 2011 kritisch zum Brückenbau äußerte, wurde offenbar auf stumm gestellt und übt sich stattdessen in der Rolle als Liebkind für die Weinbranche bei anderen Themen wie der Weingesetzgebung mit Kommentierungen wie „Eine geregelte Aufwertung der Lagenwein ist ein Wettbewerbsvorteil und trägt dazu bei, das hohe Niveau unserer Weine und unsere wertvollen Steillagen zu erhalten.“
Wird da nicht irgend etwas verdrängt?
Und wird sich, wenn es tatsächlich zu gesetzlich höheren Anforderungen bei der Weinqualität bei einer Angabe einer Einzellage kommt, etwas am Markt ändern?
Die Wertigkeit einer Lage ist höchst unterschiedlich. Steillage ist nicht generell eine Garantie für guten Wein. Auch in Spitzenfluren ist die Bandbreite groß, von Gruselkabinett bis traumhaft. Die guten Winzer, von denen es in Deutschland immer mehr gibt, haben für sich selbst längst niedrige Erträge fixiert und lachen nur über Mindestmostgewichte von 80 Grad und 70 Grad Oechsle (für Ortsweine), die jetzt in der Resolution genannt wurden.
Zu befürchten ist, dass am Ende neue Regeln kommen werden, die vieles beim Alten lassen und nach dem Prinzip „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ verabschiedet wurden. Denn schließlich muss es die Gesetzgebung allen recht machen, nicht nur der kleinen Resolutions-Gruppierung, hinter der lediglich rund 13 Prozent der deutschen Weinerzeugung stehen. Vielleicht schafft man zumindest eine echte Zäsur: die Abschaffung der Verbrauchertäuschung Großlage. (r.knoll)
| Dieser Kommentar bezieht sich auf die Inhalte der Beiträge: Ministerin Höfken will kleinere Weinlagen aufwerten - und auf: Resolution zur Profilierung der Herkünfte im Land Rheinland-Pfalz |




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