Hochbrücke oder Welterbe Moseltal?

Donnerstag, 24. Februar 2011 | 07:02 Uhr | RED.YOOPRESS | AKTIONEN
Quelle: PRO-MOSEL
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Dieses Bauwerk wäre fatal für die Moselregion, für den Weinbau wie auch für den Tourismus, nicht zu vergessen für die Anwohner der Region (Foto: Pro-Mosel)

DEUTSCHLAND (Ürzig) - Auf eine Initiative der Weinbruderschaft Mosel-Saar-Ruwer sowie der Landesregierung Rheinland-Pfalz hin soll der französische Unesco-Berater Jean-Marie Tricaud ein Gutachten erstellen mit dem Ziel, das Moseltal zwischen Luxemburg und Deutschem Eck auf die Welterbeliste der UNESCO zu bringen. Solange die gleichen Initiatoren jedoch - ohne Not - am Bau einer Monsterbrücke im 60er-Jahre-Stil (Hochmoselübergang) festhalten, die ausgerechnet durch das Herz der Moselregion führt, wird die UNESCO der Mosel den Welterbetitel mit großer Wahrscheinlichkeit vorenthalten.

Dipl.-Ing. Giulio Marano von ICOMOS, dem Deutschen Nationalkomitee, teilte Pro-Mosel in einem Schreiben mit:

"Ein Gutachten Tricaud könnte vielleicht feststellen und nachweisen, dass der Bau dieser Brücke einen möglicherweise vorhandenen -outstanding universal value- eines vorzusehenden Welterbes so stark beeinträchtigen würde, dass die positive Entscheidung zu einer Eintragung in die Liste des Welterbes nicht zu erwarten wäre."

Folgende Konsequenzen wären nach Marano daraus zu ziehen:

"Falls die Auffassung zur negativen Auswirkung der Brücke unter dem Gesichtspunkt -Weltkulturerbe- von der Landesregierung akzeptiert würde, müssten die Planungen und Vorbereitungen zum Brückenbau eigentlich abgebrochen werden. Diese Haltung der Landesregierung in den von Ihnen angesprochenen Fragen ist auch deshalb von zentraler Bedeutung, weil sie - im Rahmen der föderalen Verfassung der Bundesrepublik und der damit verbundenen Kulturhoheit der Länder - für die ersten Schritte bei einem Antrag zur Aufnahme in die Welterbeliste zuständig ist, der dann über die Kultusministerkonferenz und das Auswärtige Amt an die UNESCO weitergeleitet würde."

Es ist Wahlkampf in Rheinland-Pfalz und es stellt sich die Frage, inwieweit die Bemühungen der Landesregierung wirklich ernst gemeint sind. Die Moselregion wird jedoch, solange sich in der Brückenfrage nichts ändert, den begehrten UNESCO-Titel kaum erleben. (red.yoopress)

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