Captain Corks Wein der Woche: Elkan ohne Stefan

Freitag, 07. Januar 2011 | 08:35 Uhr | CPTN CORK | CPTN CORKS WEINTIPPS
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Marco van Elkan ist einer der begabten Winzer aus der zweiten Reihe des deutschen Weinbaus (Foto: Van Elkan)

DEUSCHLAND (Berlin) - Winter ist Rotweinzeit. Nicht beim Captain am Schiff. Der trinkt mit Maat Kelly lieber einen günstigen und enorm kräftigen Gutsriesling, der noch mindestens ein Jahr im Keller liegen sollte. Das Warten wird sich lohnen.

Winter = kalt = vor dem Kamin liegen = einen Teller Schmorfleisch in der Hand haben = Rotwein am Boden stehen haben (= anstoßen, das Glas umkippen, Flecken machen, fluchen). Nicht beim Captain. Der setzt sich mit Maat Kelly lieber ans Feuerchen des Franzmann-Bistrots "Deux-ou-Trois-Choses" (benannt nach einem 60er-Jahre-Kultfilm, der gepflegte Langeweile vermittelt) und entkorkt einen Resling, den man besser nicht entkorkt hätte.

Die Rede ist vom stinknormalen Schiefer-Riesling 2009, des Ruwer-Weinguts Van Elkan, der mit Kraft, animierender Säure, ein wenig Restsüße und viel Mineralität überzeugen kann. Und auch einen guten Preis hat. Einziger Nachteil: Der Wein sollte tatsächlich noch ein paar Monate liegen. Denn er präsentiert sich jetzt stark und mächtig, jedoch wenig elegant. Das wird sich legen.

Van Elkan heißt tatschlich wie der Bösewicht aus einem Bond-Film. Oder wie ein türkischer Badewärter in Neukölln. Doch Marco van Elkan ist einer der begabten Winzer aus der zweiten Reihe des deutschen Weinbaus. Und zwar aus jenem Teil der zweiten Reihe, der unbedingt in die erste Reihe möchte. Dort wo Van-Volxem, Molitor, Huber, Keller etc. schon lange sind.

Diese Winzer findet der Captain deswegen so interessant, weil sie sich in den letzten Jahren so ungeheuer anstrengen, schnell nach oben zu kommen. Etwa Neiss, Loch, oder Zelt. Da geht ordentlich was weiter. Und neben dem Können wächst bei diesen Winzern auch der Instinkt. Und wenn sie besonders klug sind, dann entwickeln sie eine eigene Handschrift. Und schärfen diese kräftig nach. So kommt die Spitze des deutschen Weinbaus nie zur Ruhe. Und das ist gut so.

Den Rest erfährt man im anhängenden Video. Der Captain rät zuzuschlagen, bevor dieser Riesling ausverkauft ist. Es gibt ihn auch in einer feinherben Variante, also mit größerer Restsüße und etwas mehr Frucht. Eleganter ist die trockene Variante. Den Schiefer Riesling Kabinett 2009 von Van Elkan gibt es für 7,00 Euro direkt ab Weingut. (cptn.cork)


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