Fragen Sie in Hongkong, New York oder Singapur, überall ist der deutsche „Doc" ein Begriff. Und seit Urzeiten untrennbar verbunden mit einer Handvoll Besitzer und Pächtern. Man gibt diese Scholle nicht gern aus der Hand, das Handtuch unter den Weingärten. Nur rund 3,25 Hektar.
Der Weinberg bietet zwar einen herrlichen Anblick - der Halbkegel mit Wingertshäuschen scheint direkt aus der Altstadt von Bernkastel emporzuwachsen, aber im Grunde ist er nur einer von vielen ausgezeichneten Hängen der Region. Der Boden ist nicht besser oder schlechter als die besten Teile der Wehlener Sonnenuhr oder des Ürziger Würzgartens. Und dennoch gibt die Lage dem Wein etwas Eigenes, eher eine bestimmte Struktur als einen gewissen Geschmack.
Doctor-Weine neigen dazu, auch in kleinen Jahren reif, opulent und fruchtbetont auszufallen. Und sie haben eine bemerkenswerte innere Dichte. Die markante Schieferwürze der Weine anderer Lagen, sucht man im Doctor vergebens. Die Säure wirkt reifer, runder, geschmeidiger, was in Jahren mit viel Botrytis - wie etwa 1999 oder 2006 - schnell zum Problem werden kann. Doctor-Wein wird dann wirklich zu einem üppigen Kraftprotz, der vor lauter exotischen Aromen kaum noch laufen kann. Aber er reift vorzüglich. Kein Wunder also, dass man ihn schon vor Jahrhunderten schätzte. Als der alltägliche Wein ein saurer Tropfen war und die besten Weine wie Medizin gehandelt wurden. Und nur am Hofe reger Drogenmissbrauch herrschte. (felix.eschenauer - cptn.cork)
| Der legendäre Bernkasteler Doctor. ...verpasst? Dann lesen Sie in Part I |





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