Und was schätzte man am preußischen Hof? Bei Wilhelm musste es ein ganz bestimmter Wein sein: Ein Riesling von Robert Weil aus dem Rheingau. Eine 1893er Kiedricher Berg Auslese beispielsweise. Auch am Hof in Wien mochte man den Wein. Und bestellte glatt 800 Flaschen. Damals wie heute ist Weil eines der Aushängeschilder deutscher Weinkultur. Und fast in der ganzen Welt ein Begriff.
Ein Weingut der Gründerzeit (gegründet 1875), das dann als Familienweingut betrieben und in den späten Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Spielzeug eines Getränkekonzerns wurde. Zum Glück muss man sagen, so komisch es klingt, denn nur so konnte das Weingut schwere Zeiten überstehen und trotzdem unter der Leitung der Familie bleiben. Robert Weil ist mit 75 Hektar eines der größten Weingüter im Rheingau und bedient mit seinen einfachen Rieslingen (ohne Lagenangabe) den Großteil der deutschen Gastronomie.
Ich hadere immer wieder mit Weil, denn die einfachsten Weine sind leider nicht besser als die Produkte irgendwelcher mittelmäßiger Genossenschaften. Die Spitzenweine hingegen, ob restsüß oder trocken, von den edelsüßen aus den Kiedricher Lagen ganz zu schweigen, sind großartige Rheingauer Weine in Reinkultur. (felix.eschenauer - cptn.cork)
| Deutsche Klassiker Part II: Turmberg von Weil (Verkostungsnotizen) |





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