Deutsche Klassiker Part II: Turmberg von Weil

Montag, 21. März 2011 | 07:55 Uhr | CPTN CORK | CPTN CORKS WEINTIPPS
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Markantes Flaschenetikett wurde zum Markenzeichen des Gutes (Foto: WG Robert Weil)

(Fortsetzung) - Erst seit ein paar Jahren schreibt man bei Robert Weil auch die Lagen Klosterberg und Turmberg auf die himmelblauen Etiketten. Und wir sind Zeuge eines in der Geschichte des deutschen Weins einmaligen Vorgangs, denn der Kiedricher Turmberg wurde zuerst im Rahmen der Gebietsnivellierung gestrichen. Und steht jetzt wieder als Lage zur Verfügung. Generell ein Ding der Unmöglichkeit. Doch Weil hat es durchgesetzt. Das zeigt, welche Macht der Betrieb im Rheingau hat. Und welchen Einfluss.

Aus eben diesem Turmberg, der den Rang einer Einzellage allemal verdient hat, keltert man bei Weil einen großartigen trockenen Riesling, der in der Rangordnung unterhalb der Ersten Gewächse angesiedelt ist. Allerdings hätte er den Status eines Ersten Gewächs ohne Zweifel verdient. Phyllite und Lösslehm prägen die Lage und bringen - im Gegensatz zu den feingliedrigen Weinen aus dem Gräfenberg - eher kraftvolle, saftige Rieslinge mit Stoff und Würze.

Und dennoch ist der Turmberg nicht so kraftvoll wie die Erste Lage Klosterberg. Er bewegt sich zwischen den Polen Säure, Spannung und Kraft, ist also ein fülliger Wein mit konternder Säure. Und er repräsentiert für mich den saftigen Rheingauer Riesling schlechthin. Seine Aromen sind klassisch: Boskopp, gehackte Kräuter, altes Holz, weißer Pfirsich.

Am Gaumen dann spürbar trocken mit einer erdigen, warmen Würze und ganz zarten Rosenanklängen. Robert Weils Turmberg ist ein Beispiel für die neue Klasse eines echten deutschen Klassikers. (felix.eschenauer - cptn.cork)

Deutsche Klassiker Part I: Turmberg von Weil (Spielzeug eines Getränkekonzerns)

 

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