Think Pink. Drink Pink. Pee Pink - Part II: Der Russe ist schuld!

Dienstag, 03. Mai 2011 | 07:26 Uhr | CPTN CORK | CPTN CORKS WEINTIPPS
2011_05-rose1
(Foto: www.genuss7.de)

(Fortsetzung...) - Warum Roséwein in Mode kam? Nun, darüber kann man nur mutmaßen. Manche sagen, mit dem Aufstieg der Rosé-Champagner kam auch der gleichfarbige Wein vermehrt unter die Leute. Vor allem in Russland und den neuen Schwellenländern gilt Roséwein als Getränk sozialer Aufsteiger. Die meisten Roséweine kommen immer noch aus Südfrankreich, traditionell ein Lieblingsgebiet reicher Russen.

Viele Weinenthusiasten wollen Roséweine immer noch nicht als gleichwertig anerkennen, denn Rot- und Weißweine beweisen in ihren Augen eine viel größere Vielfalt und Bandbreite. Das Spezifische der Traubensorte bleibt zwar in jedem Roséwein erhalten, doch lassen sich längst nicht alle Rotweintrauben befriedigend zu Rosé verarbeiten. Zudem erhält man für gut ausgebaute Rotweine wesentlich mehr Geld. Deswegen beschäftigt sich kaum ein Winzer von Rang und Namen ernsthaft mit dem Thema Roséwein. Und so wird es auch bleiben.

Dabei fasst Roséwein alles zusammen, was viele gute Weine ausmacht. Er ist zur einen Hälfte oft ein frischfruchtiger Rotwein, zur anderen Hälfte ein mitunter auch trocken-mineralischer Weißwein. In dieser populistischen Vielfalt wird er zum idealen Begleiter der modernen Fisch- und Gemüseküche. Das reicht für viele Weintrinker aus, keinen anderen Wein mehr zu trinken. Deswegen wird die Fangemeinde des Rosé noch wachsen.

Ich empfehle zum Einstieg in die Welt der Roséweine den hellen aber sehr kräftigen Rosé aus Blaufränkisch (Lemberger) und Syrah von Thomas Schwarz (Kloster am Spitz) aus dem Burgendland in Österreich.

Oder den Rosé von Chateau Marouine aus den Côtes de Provence. Diesen Biowein aus Grenache, Cinsault und Mouvedre bekommt man nur ab Weingut. Der Wein verbindet Erde und Frucht und schmeckt nach Stachelbeere, Ribisel und Himbeere. Dazu kommt eine leichte, fast beiläufig hingeworfene Eleganz, die dem geringen Holzeinsatz geschuldet ist.

Wenn man da bloß weitermachen würde, die Schrauben etwas anziehen würde, dann könnte irgendwann auch einmal ein Rosé dabei rauskommen, der die Welt verblüfft. Aber so wird es wohl nicht kommen. (cptn.cork - manfred.klimek)

Sie haben den ersten Teil verpasst? ...dann folgen Sie dem Link:

Think Pink. Drink Pink. Pee Pink - Part I: Ein Abfallprodukt aus Rotweinproduktion?

 

Kommentare (0)