Zwar gibt es im Rheingau einige Betriebe mit hervorragendem Riesling, aber auch etliche Tropfen, die allenfalls braver Durchschnitt sind und nicht der Zielsetzung eines "Ersten Gewächses" (so heißt die Kategorie im Rheingau) entsprechen. Der Grund liegt auf der Hand. Im Gegensatz zu den anderen Anbaugebieten, wo VDP-Mitglieder selbst Kontrollinstanz sind, hat im Rheingau der Weinbauverband das Sagen.
Das "Erste Gewächs" hat, anders als sonst in Deutschland, Gesetzeskraft, die Inanspruchnahme ist nicht mit einer Mitgliedschaft im VDP verbunden. Der Erzeuger muss nur in den einst großzügig bestimmten Fluren (ein Drittel der Rheingauer Fläche) Besitz haben und die Prüfung bestehen. Diese ist erkennbar lasch und von extremer Toleranz geprägt. Schade, dass man sich ausgerechnet in diesem eigentlich renommierten Rieslinggebiet nicht zu einer kritischen Gangart durchringen kann.
Gleichwohl gibt es einige Tipps, nicht nur für den Rheingau. Neben den "üblichen Verdächtigen" wie Keller, Wittmann, Dönnhoff, Schäfer-Fröhlich, Rebholz, Christmann, Schloss Johannisberg, Weil und Co. seien hier ein paar Namen genannt, die man nicht unbedingt in einer Hitparade ganz oben ansiedelt, die aber prächtige 2008er Gewächse zu bieten haben.
- MOSEL: Von Othegraven, Kanzem
- PFALZ: Philipp Kuhn, Laumersheim
- RHEINGAU: Joachim Flick, Flörsheim-Wicker, Johannishof Eser, Johannisberg
- SACHSEN: Schloss Proschwitz
Interessant, dass an der Mosel erstmals das früher in Sachen Gewächs sehr zurückhaltende Weingut Fritz Haag, Brauneberg, dabei war - und gleich mit einem exzellenten Riesling aus der Lage Juffer-Sonnenuhr. In der Pfalz überraschte vor allem die gleichmäßig auf hohem Niveau stehende Kollektion von Bürklin-Wolf, Wachenheim. (rk.yoopress)





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