Angekreidet wurde, dass das Weingut Matyas in Radebeul unter seinem Namen einen Wein aus der Pfalz verkauft hatte („die Plärre schmeckte komisch“, zitierte BILD den „mutigen Weinbauern“ namens Udo Kühn aus Radebeul, der diesen scheinbaren Skandal an die große Trommel hing). Bei der Sächsischen Winzergenossenschaft in Meißen kritisierte man den „Winzerschoppen“, weil er laut Rückenetikett „eine Vermählung von Weinen aus Ost und West“ ist. „Eine verniedlichte Panscherei“ laut Kühn.
Man kann dazu sagen: typisch BILD. Mit Panscherei hat das alles nichts zu tun. Es ist vielmehr lediglich eine Reaktion der beiden Betriebe auf die extremen Frostschäden beim Jahrgang 2009, in dem die Sachsen nur eine Million Liter Wein ernteten, kaum mehr als ein Drittel eines Normal-Herbstes. Wer zu wenig Wein im Keller hat und der Nachfrage nicht Herr wird, ist gelegentlich zu solchen Notlösungen gezwungen. Sie sind legal, solange kein Etikettenschwindel betrieben wird und für den Konsumenten ersichtlich ist, dass es sich um keinen sächsischen Wein handelt.
Das ist so beim Radebeuler Weingut der Fall, das – anders als bei den eigenen Tropfen – hier auf dem Etikett korrekt als Weinkellerei firmiert („Weingut“ wäre angreifbar). Auch die Genossenschaft bezeichnet ihren übergebietlichen Verschnitt nicht als Qualitätswein, sondern nur als „Deutscher Wein“ und informiert auf dem Rückenetikett über den Zukauf im Westen. Die Weinkontrolle hatte die Deklaration vorher abgesegnet. Das Weingut Matyas bekam ebenfalls den Segen der Kontrolleure für seine Etikettierung und bezeichnet die Berichterstattung als „schmutzige Darstellung.“ (r.knoll)




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Völlig unbeeindruckt von der aktuell gegen den sächsischen Wein laufenden Kampagne einer Dresdner Lokalzeitung zeigt sich der Sächsische Landessportbund (LSB), der sein 20-jähriges Verbandsjubiläum heute in Dresden feiert.
Mit dabei ist auch die Sächsische Winzergenossenschaft, die den Gästen der Veranstaltung mit ausgewählten Weinen den Tag "verschönern" hilft. "Wir freuen uns, den Landessportbund auch in diesem Jahr wieder mit unseren Produkten verwöhnen zu dürfen2, so Lutz Krüger, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Meißen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Kampagne, die eine Dresdner Boulevardzeitung mit Hilfe eines selbsternannten Weinexperten gegen die Genossenschaft führt, freuen sich die Meißner über die Fairness, die ihnen seitens des LSB entgegenschlägt.
"Für uns sind die merkwürdigen Beiträge dieser Zeitung zu keinem Zeitpunkt Anlass gewesen, sich über die Qualität der Produkte aus dem Sortiment der Winzergenossenschaft Meißen Gedanken zu machen", so LSB-Präsident Eberhard Werner. 2Wir haben die Genossenschaft seit vielen Jahren als fairen und vertrauensvollen Partner kennen und schätzen gelernt, deshalb freuen wir uns, auch den heutigen Tag wieder mit Raritäten aus dem sächsischen Weinbau feiern zu können."
Die Meißner kredenzen zum heutigen Jubiläum drei sorgfältig ausgewählte Weine. So haben die Gäste heute Nachmittag die Wahl zwischen einem Weißburgunder, einem kräftigen Kerner oder, für die Rotweinliebhaber, auch einem Regent.
"Ich denke, dass wir nicht nur vor diesem ausgewählten Publikum mit unseren Produkten zweifelsfrei bestehen können, sondern auch gelassen die bevorstehenden Weinfeste in Meißen und Radebeul angehen können", so Lutz Krüger abschließend. (red.yoopress - Auszug aus der PM)