Damit kamen die Vinea-Vertreter im ersten Anlauf nicht durch. Aber man sträubt sich gegen Nachrichten, dass das „Markenmonopol“ gerichtlich gebrochen worden sein und verweist darauf, dass es sich lediglich um ein „Provisorialverfahren“ gehandelt habe, ohne Verhandlung, Zeugeneinvernahme und umfassende Beweisaufnahme. Der Vorsitzende Franz Hirtzberger kündigte bereits an, man werde sich weiterhin für den Schutz der Vinea-Marken einsetzen.
Interessant ist die Vorgeschichte. Zum Ausschluss von Gritsch, dem Eigentümer des Weingutes Mauritiushof, kam es, weil dieser sich als Mitglied benachteiligt fühlte. Bei einer repräsentativen Veranstaltung im Schloss Fuschl mit Teilnehmern des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) im September 2009 durften nur die prominentesten Wachauer Vinea-Mitglieder präsentieren. Die anderen bekamen zwar eine Einladung zum Event, aber ohne Möglichkeit für einen Auftritt mit den eigenen Weinen.
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Das ergrimmte den jungen Spitzer so sehr, dass er einen durchaus aufrührerischen, aber vor allem mit etlichen spöttischen Anmerkungen versehenen Rundbrief an sämtliche Mitglieder und zudem eine Reihe von Weinhändlern und Gastronomen verschickte. Klar, dass dies bei der Vinea-Vorstandschaft nicht auf Beifall stieß und man das als Rufschädigung wertete. Es kam zu hitzigen Diskussionen, Gesprächsangeboten und Rückziehern, dem Vorschlag, Moderatoren einzuschalten, einem Angebot des Vereins, die Sache intern zu bereden. Aber der Karren steckte schon zu sehr fest, so dass es zum Ausschluss kam. Grund: Vereinsschädigendes Verhalten.
Damit hätte Franz-Josef Gritsch vermutlich sogar leben können, aber er wollte weiterhin die bekannten Wachauer Marken auf seinen Flaschen sehen, weil sie eine wertvolle Verkaufshilfe sind. Ein Verzicht würde wirtschaftlichen Schaden bedeuten, ist seine Argumentation. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Zwar haben die Begriffe eine gute Wertigkeit bei vielen Konsumenten sowie in der Handels- und Gastronomie-Szene. Aber sie sind längst keine Garantie für überzeugende Weine. Selbst in der Kategorie „Smaragd“ gibt es bei den weniger prominenten Erzeugern häufiger enttäuschende Weine. Da ist es durchaus denkbar, dass Interessenten mit schlechten Erfahrungen um solche Tropfen einen Bogen machen, wenn sie nicht aus dem Keller eines Top-Wachauers kommen.
Es ist spannend, wie der Streit weiter geht und letztinstanzlich entschieden wird. Sollte Gritsch am Ende Recht bekommen, ist es durchaus denkbar, dass die Dämme brechen und dann plötzlich der „Smaragd“ im Burgenland auftaucht oder die Weinvierteler Winzer einen „Riesling Federspiel“ offerieren. Das wäre für die Vinea Wachau schlimmer als drei Jahrgänge Donau-Hochwasser. Leute, die dem Gebiet freundlich gesinnt sind, raten zu einem neuen Anlauf für ein vernünftiges Gespräch der Kontrahenten ohne beidseitige Vorbedingungen. Vielleicht ist eine echte, glaubhafte Entschuldigung des Spitzers und seine Wiederaufnahme ebenso drin wie ein Nachdenken der Vinea-Führung über die Auswahl von Präsentationsteilnehmern…
| VINEA Wachau |
Dass Gritsch in der Wachau nicht zu den Winzern gehört, die man im Verein Vinea schmerzlich vermisst, mag noch darin begründet sein, dass er sich nassforsch für seine Homepage neben www.mauritiushof.at auch noch die Namen der beiden Spitzer Toplagen Singerriedel und 1000-Eimer-Berg sicherte. In denen sind nicht nur Gritsch, sondern auch eine Reihe anderer Toperzeugern begütert. Diese gewissermaßen im Internet auszubooten, ist nicht gerade ein Dummer-Jungen-Streich. (r.knoll)









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In diesen Zeilen, bei denen ersichtlich der Rechtsanwalt von unserem Winzer die Feder mitgeführt hat, ist so viel Unsinn zu lesen, dass es müßig ist, darauf im Detail zu antworten. Nur soviel: Dass die Wachauer Begriffe von anderen genutzt werden können, wenn der Schutz für den Verein fallen sollte, steht zwar derzeit nicht zur Diskussion, ist aber durchaus denkbar. In Deutschland gibt es das "Große Gewächs" für den VDP, das inzwischen von einzelnen Winzern und einem weiteren Verein einfach übernommen wurde, ohne dass rechtlich dagegen etwas machbar ist.
Ansonsten wüsste ich nicht, wofür ich mich entschuldigen soll. Diesen schwarzen Peter hat der junge Mann, der auch irgendwann mal älter werden wird. Ob er dann noch, so wie ich, zu "Torheiten" wie einem Treffer gegen ein österreichisches Fußball-Team in der Lage ist, wage ich allerdings zu bezweifeln...
Das Gesprächsangebot wird gern angenommen - wenn Herr Gritsch zum schwarzen Peter greift. Meine Telefonnummer hat er. (r.knoll)