Ewald Kopp: Tragischer Winzertod

Montag, 26. März 2012 | 16:11 Uhr | R.KNOLL | REGISTER
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Da war er noch Teamleiter - (von links):Johannes Kopp (Weinküfer), Stefan Huber (Winzermeister)Ewald Kopp (Inhaber), Stefan Männle (Winzer) (Foto: Weingut Ewald Kopp)

DEUTSCHLAND (Sinzheim-Ebenung) - Trauer in Sinzheim-Ebenung in der badischen Ortenau. Winzer Ewald Kopp schied im Alter von nur 48 Jahren aus dem Leben! Extreme gesundheitliche Umstände hatten zu diesem tragischen Tod geführt.

Der Verstorbene gehörte in den letzten Jahren zu den Aufsteigern in Baden. Er landete 2011 beim Deutschen Rotweinpreis des Magazins Vinum in der Königsklasse Spätburgunder auf dem dritten Rang und meinte damals, das Erfreuliche an dieser Platzierung sei, dass er noch Spielraum nach oben habe. Der Weinführer Gault Millau notierte ihn mit drei Trauben und bescheinigte ihm, dass er hier keine schwachen Weine gibt und ein Wein schöner als der andere ist.

Kopp hatte keine klassische Winzerkarriere gemacht. Zwar befand sich sein Elternhaus mitten in den Reben, aber die Eltern lieferten die Trauben an die Genossenschaft in Varnhalt ab. Der Sohn lernte Landmaschinentechniker. Dann übergab ihm der Vater, als er 19 war, als Grundstock 2,5 Hektar und eine dazu gehörige Brennerei.

Als die Traubenpreise immer schlechter wurden und zugleich die eigene Rebfläche auf 6,5 Hektar gewachsen war, begann Ewald Kopp über Selbstvermarktung nachzudenken. Aber erst musste er sich das Fachwissen für den Ausbau im Keller erwerben.

Bei den Topbetrieben Bernhard Huber und Stadtweingut Lahr war er als Praktikant tätig und ließ sich im Weinbauinstitut in Freiburg/Breisgau ausbilden. Die Gesellenprüfung absolvierte er als 30-Jähriger und erinnerte sich an das merkwürdige Gefühl, auf der Schulbank neben etlichen 18-Jährigen zu sitzen.

1996 machte er seinen ersten eigenen Wein und wurde besonders motiviert, weil ihm die Natur gleich Eiswein vom Riesling schenkte. Das waren zwar nur hundert Flaschen. Aber als er mit dem ersten Jahrgang gleich für sieben Weine Gold bei der Landesprämierung bekam, wurde man auf ihn aufmerksam und er kam langsam wirtschaftlich voran.

Beim Jahrgang 2000 musste er viel Frust überwinden, weil es ihm gleich dreimal die Reben verhagelte. Aber Kopp machte unverzagt weiter und konnte schließlich 2009 eine Flur pachten, die ihm besonders beim in der Ortenau wertvollen Riesling eine deutliche Qualitätssteigerung ermöglichte: das Klostergut Fremersberg Feigenwäldchen mit knapp fünf Hektar. Drei Jahrgänge brachte er von diesem Filetstück ein.

Den Ausbau des 2011er vollenden darf nun Junior Johannes, der derzeit noch die Ausbildung zum Weinbautechniker in Weinsberg absolviert und im kommenden Jahr den Abschluss machen will. Für die nächsten Wochen ist der 22-Jährige beurlaubt, weil er sich Zuhause um die Abfüllung kümmern und Mutter Birgit beistehen muss. Beim Ausbau hat er dem Vater schon seit Jahren geholfen und kennt damit das Handwerk und weiß, wie guter Wein entsteht. (r.knoll)

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