Mit Ausnahme des Hagelschlags im Mai diesen Jahres, der schätzungsweise 15 Prozent der Reben im Bordelais zerstörte, war die Vegetationsperiode bemerkenswert günstig, so günstig, dass sich die Experten einig sind: "Wir werden aromatische Weine mit tiefer Farbe erhalten, genau die Weine, die von den Verbrauchern nachgefragt werden."
"Mit einer durchschnittlichen Erntemenge von 50 bis 55 Hektoliter pro Hektar haben wir nicht nur hervorragendes sondern auch ausreichendes Traubenmaterial", sagt Laurent Gapenne vom Verband der Grands Vins de Bordeaux und fügt an: "Die so nun erwartete Qualität des Jahrgangs 2009 könnte ein Segen für unsere Winzer sein, die sich auf dem globalen Markt behaupten müssen."
"Es gibt nur sieben oder acht Jahrgänge dieses Typs pro Jahrhundert. Dabei ist der Jahrgang 2009 insbesondere auch durch den sonnigen und trockenen September vergleichbar mit dem Jahrgang 1949", sagt der Bordeaux Weinhändler und professionelle Verkoster Jean-Christophe Esteve.
In der Tat war es im September so trocken, dass es Befürchtungen gab, die Dürre würde die Ernte bedrohen. Solche trockenen und sonnigen Vegetationsperioden beeinträchtigen die Reifung der Trauben, die sogar vorrübergehend gestoppt werden kann und dann fehlen die kostbaren Tannine, die den Bordeaux-Weinen das Altern ermöglichen.
"Und dann kam er doch, der Regen und zwar zum richtigen Zeitpunkt. Unsere Gebete wurden also erhört. Die Ausreifung verlief perfekt", sagt Pierre Lurton, General Manager von Château Cheval Blanc in Saint Emilion. Und Direktor Denis Dubordieu (ISVV) pflichtet ihm bei: ?Es hätte nicht besser laufen können. Die Trauben haben den Zucker, die Fruchtigkeit und die Farbe vergleichbar nur mit den größten Jahrgängen des letzen Jahrhunderts. Die Tannine sind in diesem Jahr wie Kaschmir. Wir müssen jetzt auf eine sanfte Extraktion achten, um frische und elegante Weine zu erhalten."
Auch in den nicht so preveligierten Regionen im Bordelais, in denen es durch kühleres Klima oft schwierig ist, gesunde und perfekt gereifte Trauben zu erhalten, betrachten die Winzer die Ernte sehr optimistisch. "Wir haben die Säure, Zucker und Tannine für große Weine erhalten. Die klimatischen Bedingungen waren überall so einzigartig, dass wir mit diesem Jahrgang außergewöhnliche Qualitäten erreichen werden. Mit den kleinen Lagen kommen wir sogar in die Nähe der großen Terroirs", resümiert Jean-Christophe Mau vom Chateau Brown. (aw.yoopress)




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