Spanische Trilogie Teil-II: Winzer, Genossenschaften und bemerkenswerte Projekte im Aragón

Montag, 24. Januar 2011 | 08:52 Uhr | PEER.F.HOLM | WEINBAULÄNDER
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Rebanlage mit Garnacharebstöcken von 60 Jahren und darüber (Foto: Peer F. Holm)

SPANIEN (Aragón) - Auf dem Weg zu den nächsten Weinbaugebieten auf unserer Tour, fahren wir durch den aragonesischen Teil des Ebrotals, zwischen den Pyrenäen im Nordosten und dem iberischen Randgebirge gelegen, nach Zaragossa. Vor über 2.000 Jahren von den Römer gegründet, hat diese Stadt eine lebhafte Geschichte vorzuweisen. Das Wahrzeichen der Stadt, die am Ebroufer erbaute Basilika Nuestra Señora del Pilar, dem größten barocken Bauwerk Spaniens, liegt am nördlichen Rand der Altstadt. Nicht weit entfernt, am südlichen Rand der Altstadt, liegt das vor allem am Wochenende stark frequentierte Tapas- und Kneipenviertel „El Tubo“. Hier kann man sich auf den Besuch der umliegenden DOs Cariñena, Calatayud und Campo de Borja vorbereiten, in denen die Rebsorte Garnacha dominiert.

Dass nicht nur kleine, privat geführte Weingüter hervorragende Weine machen können, erleben wir besonders hier in Aragón. Große Kooperativen wie Bodegas San Alejandro (DO Calatayud) und Bodegas Borsao (DO Campo de Borja) zeigen ein breites Spektrum an Weinen. Vom saftigen Rosado für den Sommer, über sauber vinifizierte Jungweine für jeden Tag, bis hin zu den Flagschiffen „Baltasar Gracián Viñas Viejas“ von San Alejandro und „Tres Picos“ von Borsao ist die Rebsorte Garnacha das bestimmende Element.

Aber auch kleine Projekte lassen in der eher genossenschaftlich geprägten Region aufhorchen. So haben Manuel Castro und Javier Lázaro 2006 in der Region Calatayud eine zweieinhalb Hektar große Parzelle erworben, die auf 1.020 m Höhe mit über 60 Jahre alten Garnachareben bepflanzt ist. Auch hier ist wieder eine Schieferart - Pizarra - zu finden. 2007 ist der erste Jahrgang des „Lajas Garnacha Finca El Peñiscal”. Wilde Kräuter, die vor Ort zu finden sind, spiegeln sich im Bukett des Weines wieder. Noten von Lakritze, Holunder und Sauerkirschen komplettieren den Wein, der am Gaumen von einer vitalen Säure getragen wird.

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Manuel Castro von Bodegas Lajas, Calatayud, lädt zur Verkostung ein...
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...und erläutert die Besonderheiten der Garnacha-Reben (Beide Fotos: Peer F. Holm)

Im Jahr 2000 gegründete die aus Aragón stammende und eng mit dem Weinbau verbundene Familie Navascués zusammen mit dem aus La Rioja stammenden Carlos San Pedro das Projekt „Viñedos de Mancuso“. Neun Hektar teils uralter Garnacha-Rebanlagen werden bewirtschaftet. Sie liegen in der Landweinregion „Valdejalón“, zwischen den beiden Herkunftsgebieten Calatayud und Campo de Borja, an den Abhängen des Moncayo. Ein Fünftel der Reben sind noch aus der Zeit vor der Reblauskrise und somit wurzelecht. Sie stehen in stellenweise steilen Schieferlagen auf einer Höhe von rund 800 m. Der 2005 Mancuso präsentiert sich noch etwas holzlastig, aber mit einer beeindruckenden Aromenfülle, die zwischen getrockneten Kräutern, Rosmarin, Dörrobst, Lakritze und balsamischen Noten changiert. Dank einer lebendigen Säure wirkt der Wein trotz seiner Fülle nicht fett und marmeladig, sondern angenehm saftig mit einer fast ätherischen Würze. (peer.f.holm)

Weitere Beiträge:

Teil-I: Auf den Spuren des Garnacha
Teil-III: Rioja - Weinkultur pur

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