Allein nach Deutschland, dem mit Abstand wichtigstem Empfängerland, lieferte Griechenland in guten Zeiten schon mal deutlich mehr als 20 Millionen Liter. Doch dann ging es Jahr für Jahr abwärts, obwohl die Qualität ständig zunahm und die Spitze sich durchaus auf Augenhöhe mit sehr gutem internationalem Niveau befindet. Aber griechischer Wein blieb schwer verständlich und wird bei vielen Konsumenten immer noch mit dem geharzten Retsina gleichgesetzt. Hinzu kommt, dass die griechische Gastronomie in Deutschland bislang nur selten zur Kenntnis nimmt, dass im Hellas exzellente Weine erzeugt werden. Man ordert stattdessen billige Alltagsweine und trägt damit zum diffusen Image von Wein-Griechenland bei.
Nach den jetzt bekannt gewordenen Zahlen von 2010 deutet sich eine zarte Morgenröte für griechischen Wein auf dem deutschen Markt an. Zum ersten Mal seit 2006 ermittelte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden wieder ein Wachstum von immerhin 4,3 Prozent in der Menge auf 12,3 Millionen Liter. Das ist zwar immer noch deutlich weniger als einst und auch weit entfernt von den 15 Millionen Liter, die 2005, dem Jahr nach den Olympischen Spielen, erreicht wurden. Aber zumindest können sich exportorientierte griechische Kellereien wie Cavino, der Verbreiter dieser positiven Nachricht, darüber freuen, dass der Abwärtstrend zunächst einmal gebremst ist. Der Durchschnittspreis fiel zwar leicht von 1,68 Euro/Liter auf 1,66 Euro. Aber damit liegt Griechenland noch vor Italien, Spanien und einigen Überseeländern. (r.knoll)





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