Die britische Majestic Wine bestätigt Aufwärtstrend im Weinhandel

Montag, 10. Januar 2011 | 07:50 Uhr | RED.YOOPRESS | WEINHANDEL
Quelle: DECANTER
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Eine Reduzierung der Mindestverkaufsmenge für den Großhandel rettete Majestic Wine über die Wirtschaftskrise (Logo: Majestic Wine)

UK (London) - Der britische börsenorientierte Weinhändler Majestic Wine hat trotz erschwerter Geschäftsbedingungen positive Zahlen für das vergangene Weihnachtsgeschäft veröffentlicht. Majestic Wine, die 160 Filialen in Großbritannien unterhalten, konnte den Bruttoumsatz im November und Dezember des letzten Jahres um 3,4 Prozent steigern - insgesamt stieg der Umsatz mit Weinprodukten in Großbritannien um brutto 6,4 Prozent in diesem Zeitraum.

„Wir sind sehr zufrieden mit unserem Umsatzwachstum während der Weihnachtszeit“, sagt Steve Lewis, CEO bei Majestic Wine. „Wir hatten allein schon durch die unwegsamen Wetterbedingungen im Dezember nicht mehr damit gerechnet. Unser Dank gilt daher allen unseren Kunden.“

Majestic Wine wird in 2011 weitere 12 Niederlassungen gründen. „Wir werden bis Ende März die neuen Verkaufsstellen eröffnen können“, erklärt Lewis. „Wir haben uns aus zwei Gründen für eine weitere Expansion entschlossen - erstens die aktuell günstigen Immobilienpreise und zweitens die Umstellung des Mindestverkauf von 12er auf 6er Karton.“ Diese Umstellung der Mindestverkaufsmenge hat Majestic Wine wahrscheinlich vor Schlimmerem bewahrt.

Noch in 2009 mussten Kunden in den Filialen oder auch bei Bestellungen via Internet mindestens einen 12er Karton erwerben. Mit der Reduzierung auf 6 Flaschen pro Kauf schon im September 2009, eine Reaktion auf die herrschenden Wirtschaftskrise, brachten einen Kundenzuwachs von 435.000 auf 505.000 bis Ende 2009. Seither hat Majestic Wine seinen Umsatz nicht nur stabilisiert sondern kontinuierlich ausgebaut.

„Wir können im britischen Weinmarkt sehr gut die Trends erkennen“, erklärt Lewis. „Meistverkauft in Wert und Menge liegt aktuell Neuseeland vorne, während australische Weine immer weniger nachgefragt werden. Der britische Weinkonsument möchte leichte, frische Weine wie Sauvignons aus Neuseeland oder Weine aus der spanischen DO-Region Rueda. Was er nicht mehr möchte sind schwere, fruchtige Weine, wie man sie aus Australien gewöhnt ist.“

Eine weitere Reduzierung des 6er Kartons will Lewis für die Zukunft ausschließen. Die Kunden müssen sich also mit den gegebenen Bedingungen zufrieden geben, was scheinbar auch der Fall ist, wie es die Verkaufszahlen belegen. Ob sich die neuen 12 Filialen rechnen, wird die Zukunft zeigen. (red.yoopress)

Kommentare (2)
Verkaufsregelung in Großbritannien
geschrieben am 15.01.2011 von RED YOOPRESS

Im Artikel wird nicht explizit gesagt, dass die Regelung von Majestic Wine initiiert wurde oder wird, allerdings kann der Eindruck entstehen, wie im Kommentar angemeldet. Mit dem Hinweis von Michael Pleitgen sollte aber nun Klarheit herrschen. Danke für den Kommentar. (red.yoopress)

Briten ticken anders
geschrieben am 13.01.2011 von Michael Pleitgen

"Noch in 2009 mussten Kunden in den Filialen oder auch bei Bestellungen via Internet mindestens einen 12er Karton erwerben." in dem Artikel hört es sich an, als ob die Majestic Leute sich dieses Verkaufs-Hindernis selbst ausgedacht hätten. Das ist mitnichten so.

Wer in UK Alkohol, auch Wein und Beer verkaufen will, bedarf dazu einer Lizenz. Die Lizenzen sind nach den Aktivitäten gestaffelt und mit Auflagen versehen. Die Großhandels Lizenz war seinerzeit relativ einfach zu erwerben und erlaubte auch ausnahmsweise den Verkauf an Privat-Personen. Allerdings nur in Großhandels üblichen Mengen: nach dem Alcoholic Liquor Duties Act 1979 Chapter IV waren das mindestens "9 litres or 1 case". Daher die Mengen.

Wir können nur froh sein, dass es in Deustchland solch unsinnige Regelungen nicht gibt.