„Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir in 2009 eine Champagner-Krise hatten“, sagt Bernard Arnault, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied bei der LVMH. „Unsere Lager waren voll und Monsieur Christophe Navarre, Präsident von Moët Hennessy fragte mich, was sollen wir tun. Während wir beobachteten, wie andere Unternehmen ihre Champagner im Preis senkten, gingen wir den konträren Weg und haben unsere Lagerbestände aufgestockt. Denn wir rechneten damit, dass sich die Märkte kurzfristig wieder erholen würden. Und so kam es auch. Aber die extreme Nachfrage in 2010 hat uns dann doch überrascht - unser erhöhter Bestand reichte nicht aus.“
Diesen unternehmerischen Weitblick hatte das Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne (CIVC) nicht. Bei der Organisation für Produktion und Handel der Champagner-Erzeuger rechnete man in 2009 mit einer länger anhaltenden Krise und schon gar nicht mit einer derart kurzfristigen Erholung. Aus Angst vor Überproduktion und Dumping-Preisen hatte man die Erntemengen für zwei Jahre begrenzt. Was nun wiederum den Engpass in 2010 verschärfte, der auch noch Auswirkungen auf den Champagner-Markt in 2011 haben wird.
Unterdessen distanzierte sich Bernard Arnault von der Übernahme der Piper-Heidsieck und Charles Heidsieck Champagner-Marken, die von Remy Cointreau Ende letzten Jahres zum Verkauf angeboten wurden. „Ja, wir haben uns einen Kauf überlegt, sind aber von diesem Gedanken wieder zurückgetreten“, erklärt Arnault. (red.yoopress)





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