Darüber hinaus verzeichnet das Internet-Forum „La Passion du Vin“ bereits über 2.100 Kommentare zu diesem Problem. Und in diesen Sommermonaten haben Kunden aus mehreren europäischen Staaten einen französischen Anwalt beauftragt, um eine Sammelklage vorzubereiten. Nach Aussagen der Anwaltskanzlei beläuft sich der Anspruch der Kunden auf bisher rund 80.000 Euro.
Über die offensichtliche Nichtlieferung ihre Weine via 1855.com sind dann auch eine Reihe von führenden Châteaux in Bordeaux zunehmend irritiert. So schrieb David Ornon, kaufmännischer Direktor bei Château Smith Haut-Lafite in einem Kommentar über „beklagenswerte Praktiken“ - und weiterhin darüber, dass man die georderten Weine bis einschließlich Jahrgang 2009 an 1855.com geliefert habe und drohte letztlich an, die Partnerschaft mit dem Online-Weinhändler zu kündigen.
Betrachtet man die Entwicklung von 1855.com, so zeichnet sich ein Besorgnis erregendes Bild ab. Der Umsatz des Unternehmens sank in 2011 um satte 24 Prozent im Vergleich zu 2009. Und im Vergleich zum Jahr 2008 ist der Umsatz sogar um 33 Prozent gesunken. Nach offiziellen Berichten des Online-Weinhändlers betrug das Umsatzvolumen rund 7,6 Millionen Euro in 2010, im Jahr davor aber noch 9,9 Millionen Euro.
Parallel pumpten Aktionäre, unter diesen so illustre Personen wie der französische Bankier Jean-Pierre Meyers, Ehemann von Françoise Bettencourt, der Tochter der L´Orial-Erbin Lilliane Bettencourt, in 2010 insgesamt 11,2 Millionen Euro in das Unternehmen, die nötig waren, um die konkurrierenden Internet-Weinhändler Caveprivée im November 2010 und Château-Online im März 2011 zu übernehmen.
Aktuell meldete sich Fabien Hyon, bisher CEO von 1855.com und mittlerweile Chef auch der einverleibten Konkurrenten, beim Decanter und erklärte in einer E-Mail, dass man zuversichtlich sei, alle Aufträge zu erfüllen. Wörtlich heißt es dort: „...soweit es die 2008 Bordeaux Primeurs betrifft, so werden diese Weine bis spätestens Dezember dieses Jahres ausgeliefert sein – die Auslieferungen haben schon begonnen. Alle unsere Mitarbeiter arbeiten hart dafür, dass es keine weiteren Verzögerungen mehr gibt.“ Und weiter heißt es dort: „Im Hinblick auf die 2009 und 2010 Bordeaux Primeurs werden wir Maßnahmen ergreifen, um die Qualität unserer Dienstleistung zu verbessern, was ich hiermit verspreche.“ (red.yoopress)





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Chateauonline antwortet einfach nicht mehr auf Anfragen und Beschwerden - bis Dezember wurde ich noch vertröstet dass der Versand unmittelbar bevor steht; seitdem gibt es keine Antwort mehr.
Habe auch schon an den CEO geschrieben aber auch keine Antwort bekommen - würde mich daher auch bei einer Sammelklage beteiligen.
Bis 1855 übernommen hat war alles ok - seither wird nur Geld kassiert und nicht geliefert
Die Hoffnung stirbt zuletzt !