„Eine unserer wichtigsten Anforderungen ist es, die Zölle auf alkoholische Getränke, darunter auch auf Weine, wesentlich zu reduzieren“, sagt ein Sprecher der EU gegenüber der Presse. Dabei lehnte er es ab, ein Ziel festzulegen, bemerkte aber, dass die Vorschläge der EU „ehrgeizig“ seien. Einige Beamter der EU lassen zum Thema verlauten, dass die Zölle mindestens halbiert werden müssten.
Doch selbst wenn das Handelsabkommen im Sinne der EU zum Tragen kommt, sei es nach Meinung von Experten unwahrscheinlich, dass sich Indien an Hong Kong orientiert. In der chinesischen Metropole hatte man in 2008 die Steuer auf Wein komplett erlassen, worauf hin der Umsatz mit Wein explodierte und Hong Kong sich bis heute als zentraler Umschlagplatz für Wein in ganz Asien entwickelte.
„Indien wird sich im Gegensatz zu China wesentlich langsamer entwickeln, was insbesondere für den Weinmarkt gilt“, erläutert Anthony Maxwell, Direktor des LIV-EX für feine Weine. „In Hong Kong gab es bis 2008 bereits einen florierenden Import von Weinen, dagegen ist die Basis in Indien für den Weinmarkt weit geringer. Das die Zölle wie in Hong Kong auf Null gesetzt werden, wäre der heilige Gral, aber daran glaubt niemand.“
Für den internationalen Handel und Import/Export spricht Julian Campbell von Justerini & Brooks, einem ehrwürdigen Weinhandelshaus in London: „Wir haben Indien auf dem Radar, aber der Markt ist noch völlig undurchsichtig und nicht getestet.“
Das britische renommierte Beratungsunternehmen schätzt den Weinkonsum in Indien auf über 21 Millionen Litern im J ahr 2020. Trotz der hohen Steuern werde der Weinimport zunehmen. Diese Hoffnung hat auch die Grand Grus de Bordeaux, die letzte Woche Verkostungen in Mumbai und New Dehli veranstaltete. „Ja, der Weinmarkt wird sich entwickeln, aber es wird nicht schnell gehen. Ich denke es wird noch fünf oder zehn Jahre dauern“, sagt Anthony Maxwell. (red.yoopress)





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