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Portwein 2012, was ist mit diesem Jahrgang?

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07:30

WEINE & WEINKULTUR

Portwein 2012, was ist mit diesem Jahrgang?
Weltweit stagniert der Handel mit den Ports - nur Premium-Ports konnten ihren Anteil leicht erhöhen. (© Sandeman)

PORTUGAL (Porto) - Portweinproduzenten scheuen sich aktuell vor den erwarteten Einschätzungen zum Jahrgang 2012 - gerade in Folge der Erwartungen, die sich mit dem Jahrgang 2011 aufgebaut haben. Traditionell verkünden die großen Portweinerzeuger jedes Jahr Ende April ihre Bewertungen zum anstehenden Jahrgang, aber die Aussichten auf Erklärungen zum Jahrgang 2012 schwinden mehr und mehr.

 

George Sandeman vom renommierten spanisch-portugiesischem Handelshaus für Wein und Spirituosen, lehnt demonstrativ eine Einschätzung zum Jahrgang 2012 ab. Die Gruppe Fladgate Partnership, zu der Taylers Port, Croft Port und Fonseca Port gehören, will wie Sandeman ebenfalls keine Erklärung abgeben. Währenddessen will die Gruppe Vintage Ports von nur drei Quintas Portweine des Jahrgangs 2012 auflegen - es sind dies Vargellas, Roeda and Guimaraens. Obwohl mehrer Produzenten der Ernte aus 2012 eine gute Qualität bescheinigt haben und Adrian Brücke, CEO von Fladgate Partnership, die Weine als "wunderbar rein und fruchtig" beschrieben hat, "würde der Jahrgang 2012 immer noch im Schatten des so guten Jahrgangs 2011 stehen", sagen die Verantwortlichen der führenden Portwein-Häuser.

"Es ist immer schwierig Jahrgänge rückwärts zu vergleichen", sagt George Sandeman. "Der Handel und die Konsumenten vermuten bei diesen Vergleichen immer, dass wir rein wirtschaftlich denken und eben entsprechend argumentieren." Die allgemeine Vorsicht ist auch geboten. Weltweit stagniert der Handel mit den Ports. In 2013 sank nach Angaben der Portwein-Industrie der Absatz um 3,6 Prozent gegenüber 2012 wenn auch die Premium-Ports ihren Anteil um 3,4 Prozent erhöhen konnten.

"Trotz international steigender Nachfrage, gerade nach den Ports aus 2011, hat dies keinen Kaufboom ausgelöst, wie wenn es sich um ein Spitzenjahr gehandelt hätte", meint unisono der internationale Handel. "Unser Verkauf mit den Primeurs von Tayler und Fonseca läuft gut", berichtet Marcus Titley von Seckford Wines, einem der führenden Portweinhändler aus Großbritannien. "Die Preise sind über die Jahre zwar stabil aber es gab kein Umsatzplus. Nur einen kleinen Zinsgewinn konnten wir erreichen."
"Zwischen unseren Mitgliedern ist kaum ein Wechsel der Ports bemerkbar", sagt Justi Gibbs von der Londoner Handelsplattform LIV-EX. Dazu bemerkt George Sandemann: "Der Port hat allgemein ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erreicht. Ebenso sind die Lagerbestände ausreichend für die Nachfrage. Es wird meiner Meinung nach noch etwas dauern, bis der Handel mit Portweinen wieder anzieht." 

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