Menü

FRANKREICHC (Narbonne, Avignon) – Rosé-Weine erfreuen sich zunehmender Beliebtheit auch in Deutschland, zumal sich ihre Qualität seit einigen Jahren im deutlichen Aufwind befindet. Das Angebot allerdings ist zwischenzeitlich so unübersichtlich, dass sich ein genauerer Blick, vor allem auf das Hauptproduktionsland Frankreich, durchaus lohnt.

 

Ist eine Verkostung südfranzösischer Roséweine (inklusive einer anschließenden Veröffentlichung der Ergebnisse in Deutschland) überhaupt sinnvoll?

Nein, werden die Puristen sagen: Der Rosé ist ein typischer „Gebrauchswein“, kein Prestigeobjekt zur Lagerung. Wenn man kauft, dann zumeist eine Flasche vom vergangenen Jahrgang, das heißt, dass ein Erwerb des exakt gleichen Weins im Folgejahr selten möglich oder wünschenswert ist, da er dann seine größten Werte – Frische und Fruchtigkeit – in der Regel bereits eingebüßt hat. Gleichwohl gibt es Rosés, bei deren Vinifikationsprozess weniger die Pressung als die Mazeration im Vordergrund steht, die eine – wenngleich eingeschränkte – Lagerfähigkeit besitzen, vor allem, wenn die Mourvèdre-Traube ihr Hauptbestandteil ist. Für den Laien ist – leider ohne Garantie – eine zumeist dunklere Einfärbung oder der Verkauf in dunkel eingefärbten Flaschen manchmal Indiz für eine längere Haltbarkeit. Manche Regionen sprechen sogar entsprechende Hinweise oder Empfehlungen aus: Tavel für drei bis fünf Jahre, ebenso Bandol und Marsannay im Burgund sowie Aube in der Champagne speziell für seinen Rosé des Riceys.

Kaum, werden die Gelegenheitsgenießer sagen: Wir trinken den Wein, der uns im Supermarkt für die anschließende Fiesta am Pool preiswert ins Auge sticht – und informieren uns nicht im Vorfeld darüber in Fachzeitschriften.

Sehr wohl, werden die Rationalisten sagen: Der Konsum von Rosés ist in den vergangenen 15 Jahren – bei ansonsten nahezu gleichem Weingenuss – um etwa 30% gestiegen. In Frankreich sank der Konsum von Rotwein von 78% auf 51,4%, während der von Rosés von 11% auf 31,2% stieg. Mit 34% ist Frankreich zugleich weltgrößter Produzent von Rosés, gefolgt mit weitem Abstand von Spanien (19%). Südfrankreich besitzt mit der Region Tavel zudem die erste Rosé-AOP und dies bereits seit 1936, entsprechende Erfahrungen sowie ein tradiertes Qualitätsmanagement können hier vorausgesetzt werden. Schließlich haben die Geschmacksentwicklung sowie -differenzierung inzwischen ein Niveau erreicht, das eine nähere Betrachtung durchaus sinnvoll erscheinen lässt.

Die Sinnfrage ist somit geklärt: Zum einen ist das Angebot französischer Rosés inzwischen überreichlich, zum anderen sind gewaltige Qualitätsunterschiede – und damit verbunden: Preisdifferenzen – zu beobachten, die einen genaueren Blick lohnen, kann man doch einzelne Winzer und Weingüter identifizieren, die jedes Jahr Rosés von herausragender Qualität produzieren. So wagen wir bei unseren folgenden Anmerkungen denn auch häufig eine Prognose für die Folgejahre, basierend auf vergangenen und aktuellen Erfahrungen. (martin.sachse-weinert)

sys_pfeil_2015 

Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-1: Rosé oder nicht Rosé?

sys_pfeil_2015

 

Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-2: Heimat der Rosé-Weine

sys_pfeil_2015 

Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-3: Verkostung von Rosé-Weinen

sys_pfeil_2015 

Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-4: Französische Rosés im internationalen Vergleich

Kommentare (0)
Anzeige
Werbung =>(Info)