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FRANKREICHC (Narbonne, Avignon) – In der Juli/August-Ausgabe der französischen Weinzeitschrift „Terre de Vins“ findet sich ein Bericht über insgesamt 150 Rosé-Weine aus verschiedenen Regionen (darunter 18 Schaumweine). Die Bewertungen des französischen Verkostungsteams schwanken zwischen 14 und 17,5 Punkten (von möglichen 20), wobei die meisten (38) 16 Punkte erhalten haben und nur ein einziger die Höchstpunktezahl erreicht („Patricia Ortelli“ vom Château La Calisse, mit €20 zugleich einer der teuersten).

 

Bei unserer eigenen Verkostung konzentrierten wir uns auf den Jahrgang 2016 aus dem Süden Frankreichs, in erster Line auf das Languedoc-Roussillon sowie das Rhône-Tal „méridional“ und die Provence. Dies rührt daher, dass die Verteilung von Rosés auf die Regionen Frankreichs insgesamt sehr unterschiedlich ist: Sind es in Bordeaux gerade einmal 3%, so machen sie bei den AOC-Provence-Weinen immerhin 89% aus. Dabei liegt Deutschland auf Platz 6 der aus dieser Region importierten Weine (5%), ein Markt, den die USA dominieren, die immerhin 36,5% importieren. Die Weine dieser Region setzen sich zumeist aus drei Rebsorten zusammen: Grenache (für die Schwere), Syrah (für die Fruchtigkeit) sowie Cinsault (für die Finesse), assembliert bisweilen mit der typisch provenzalischen Tibouren-Traube.

Auch das Languedoc-Roussillon kann auf eine stattliche, wenngleich nicht ganz so bedeutende Rosé-Produktion verweisen: Von den hier produzierten insgesamt 12 Millionen Hektolitern entfallen immerhin zwei Millionen auf Rosés, was etwa 300 Millionen Flaschen entspricht und damit 38% der gesamtfranzösischen Produktion (Provence 21%). Vorherrschende Traubensorte ist hier Grenache, gefolgt von Cinsault und Syrah, wobei die AOC-Weine eine Cuvée aus mindestens zwei Rebsorten darstellen.

Der gestiegenen Bedeutung des Rosé wird man auch an anderen Stellen gewahr: So verzichtet die 33. Ausgabe des „Hachette des Vins“ 2017 auf eine Ausweisung von Rosés mit dem Hinweis, man habe ihnen explizit eine eigene Ausgabe widmen wollen. Diese wiederum stellt sogar die (für deutsche Winzer undenkbare) Frage, ob „rose“ die Wein-Farbe des 21. Jahrhunderts sei. (martin.sachse-weinert)

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-1: Rosé oder nicht Rosé?

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-2: Heimat der Rosé-Weine

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-3: Verkostung von Rosé-Weinen

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-4: Französische Rosés im internationalen Vergleich

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