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FRANKREICHC (Narbonne, Avignon) – Organisiert man eine Weinverkostung für Rot- oder Weißweine, so würde wohl niemand auf die Idee kommen, allein die Farbe als Grundlage für eine Auswahl heranzuziehen: Aufgrund der Varietäten sind es Rebsorten, Jahrgänge oder Regionen, die häufig als Differenzierung gewählt werden. Nicht so beim Rosé, bei dem wir fast immer eine (man möchte fast sagen: wilde) Kombination an Vergleichsprodukten antreffen. Dieses Phänomen lag auch den Rosé Masters 2017 zugrunde, die im Mai in London stattfanden. Eines ihrer Ergebnisse sei gleich vorangestellt: Die Provence dominiere nach wie vor die Qualität bei diesen Weinen, wenngleich andere Regionen deutlich aufgeholt hätten, so „The Drinks Business“ bei der Veröffentlichung der Gewinner im August.

 

Grundsätzlich sehe man eine deutliche Ausweitung, was Stilistik und Qualität anbelangt; die Tendenz gehe damit – wie schon insbesondere bei den Rotweinen – hin zu einer „sphere of luxury drinks“, was wir bei manchen Flaschenpreisen durchaus bestätigen können: So kostet der „Garrus Rosé 2015“ des Château d’Esclans knapp €100.

Als eine der Entdeckungen der Masters wird der „Rosé La Villa“ des Château La Sauvageonne im Languedoc gefeiert. Sein Wein, der bei insgesamt 118 verkosteten Weinen (außer den Schaumweinen) als einziger neben dem „Garrus“ den begehrten Titel „Master“ erhielt, führte denn auch zur Einschätzung, dass Gérard Bertrand der Name sei, den man sich zukünftig im Bereich der Rosés merken müsse.

Insgesamt konnten 51 Rosés aus Frankreich eine Nominierung erringen und dokumentieren damit die Dominanz dieses Staates in diesem Bereich (2 Master, 8 Gold, 23 Silber, 18 Bronze). Zwei weitere Resultate der Verkostung seien ebenfalls noch kurz erwähnt: „The Drinks Business“ deklarierte ebenso neun Rosés, die man vor seinem Ableben getrunken haben sollte (davon sieben aus Frankreich, an der Spitze der bereits erwähnte „Garrus“ des Château d’Esclans), sowie zehn ausgezeichnete Weine, die nicht allzu teuer seien (davon fünf aus Frankreich, unter anderem der „Volcanic Rosé 2016“ des Château La Sauvageonne und – auf dem ersten Platz – der 2016er des Château Coussin).

„Ban des Vendanges“ 2017 – Lesebeginn

Besondere Höhepunkte fand unsere Rosé-Verkostung in der zweimaligen Teilnahme an einer „Ban des Vendanges“, zunächst in Narbonne, zwei Wochen später dann in Avignon. Dieser „Start der Weinlese“ wird in farbenprächtigen Veranstaltungen gefeiert, während derer die Abordnungen der verschiedenen Regionen mit ihren Bruderschaften und Fahnen einmarschieren. Der Wein wird gesegnet, die örtlichen Honoratioren (Bürgermeister, Präfekten, Verbandspräsidenten) halten salbungsvolle Reden und im Anschluss wird groß gefeiert – mit Rot- und Weißweinen, aber natürlich auch mit Rosés, dem neuen Nationalgetränk der Franzosen. (martin.sachse-weinert)

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-1: Rosé oder nicht Rosé?

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-2: Heimat der Rosé-Weine

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-3: Verkostung von Rosé-Weinen

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Rosé-Weine auf dem Vormarsch – Teil-4: Französische Rosés im internationalen Vergleich

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