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Weinland Moldawien erfindet sich neu

Datum
Uhrzeit
07:30

WEINBAU & TECHNIK

Weinland Moldawien erfindet sich neu
Bis zur Jahrtausendwende noch undenkbar wird seitdem modernste Weinbergs- und Kellertechnik auch in dem kleinen aber aufstrebenden Weinland Moldawien angewandt. Tradition und Moderne sind mittlerweile gleichberechtigt in Moldawien. (© Wine of Moldova)
Up to the turn of the millennium, modern vineyard and cellar technology in Moldova was hardly used. Tradition and modernity have now become equal in Moldova. (© Wine of Moldova)

MOLDAWIEN (Chișinău) – Das kleine Land in Osteuropa hat die heimische Weinindustrie merklich aufgerüstet, man kann sogar behaupten, komplett neu erfunden. Allein in den letzten fünf Jahren flossen rund 750 Millionen Euro für Investitionen in Weinberge, Kellertechnologie und Marketing von der EU und anderen internationalen Organisationen in die kleine Republik. Dank dieser enormen Investitionen und internationaler Hilfe sind die Winzer mittlerweile in der Lage, mit modernster Technologie zu arbeiten. Außerdem haben die moldawischen Winzer ihr ureigenes Terroir gefunden, dass ihre Blends aus internationalen und gerade aus ihren autochthonen Sorten wie Viorica, Rara Neagra, Feteasca Neagra, Feteasca Alba und Feteasca Regala, die auch teilweise in im Nachbarland Rumänien im Ertrag stehen, zu eigenständigen Weinen macht.

 

Die Republik Moldau, wie die einstige Sowjetrepublik heute offiziell heißt und wo der Weinbau bis in die Römerzeit zurückreicht, ist mit 33.843 Quadratkilometern nur etwa so groß wie Nordrhein-Westfalen, verfügt mit 114.000 Hektar aber über mehr Rebfläche als ganz Deutschland. Trotz nicht einfacher Startbedingungen hat sich die moldawische Weinindustrie in den vergangenen zehn Jahren gut behauptet – und erschließt sich nach und nach neue Märkte in Europa und Übersee. Dies belegen auch die Zahlen für 2016, die einen deutlichen Anstieg der Exporte von moldawischen Flaschenweinen aufzeigen: nach China (plus 66 Prozent), nach Rumänien (plus 38 Prozent), Polen (plus 13 Prozent), in die Slowakei (plus acht Prozent) und nach Tschechien (plus sechs Prozent). 

Neben der Eroberung neuer Märkte – moldawischer Wein geht heute in rund 50 Länder in der ganzen Welt wobei drei Viertel der Exporte auf Weißwein, ein Viertel auf Rotwein entfallen – versucht Moldawien, sich außerdem unabhängiger von den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu machen. Vor zwei Dekaden gingen noch mehr als 90 Prozent der Weine in die ehemaligen Sowjetstaaten, heute sind es bei den Flaschenweinen nur noch etwa 30 Prozent. Diese machen etwa 40 Prozent des Gesamtexportes aus. Der größere Teil entfällt zwar noch immer auf Fassweine, aber auch in diesem Segment geht man in Richtung Qualität, was der Erhalt des Preises “Voice of Wine” bei der letztjährigen World Bulk Wine Exhibition bestätigt.

Seit dem Jahrgang 2013 gibt es in Moldawien nach EU-Vorbild ein Qualitätssystem der geschützten geografischen Herkunft, mit den vier Anbaugebieten Valui lui Traian, Stefan Voda, Codru und Divin. Um die Qualität garantieren zu können, hat das Nationale Büro für Rebe und Wein (NOVV) ein mehrstufiges Kontrollsystem etabliert, das den kompletten Produktionsprozess bis zur organoleptischen Prüfung umfasst. 

Erst vor drei Jahren präsentierte die NOVV auf der ProWein in Düsseldorf ihre Marke "Wine of Moldova", begleitet von einem Dutzend Erzeugern. "Dieses Jahr ist Moldavien mit einer Rekordzahl von 35 Erzeugern auf der ProWein vertreten, die 350 spannende Weine dabei haben", heißt es in einer Pressenotiz. Neben dem normalen Messegeschehen an den drei Tagen bietet sich bei einer Master Class mit dem britischen Weinjournalisten Robert Joseph am 20. März um 13.00 Uhr sowie bei einer „Moldovan Night“ am gleichen Tag ab 18 Uhr mit landestypischem Fingerfood und der Präsentation der "Icon Wines" verschiedener Erzeuger die Gelegenheit, die neue Wein- und Winzergeneration aus Moldawien am Stand (G81 in Halle 15) etwas näher kennen zu lernen.

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