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WEININVESTMENTS

Accolade Wines will Rivalen Grant Burge übernehmen
Die aus England stammende Familie Burge begann in 1855 mit der Weinherstellung im Barossa Valley. Aber erst 1988 gründete Grant Burge und seine Frau Helen die Grant Burge Winery und führten das Gut damit in der sechsten Generation ins 21. Jahrhundert. (© Grant Burge Wines)

AUSTRALIEN (Adelaide) - Die australische Weinindustrie erlebt gerade eine Fusions- und Übernahmewelle. Auch Accolade Wines, Eigner von Hardys, Inniskillin und 41 weiteren bekannten Marken, schickt sich ebenfalls an ein längst ins Auge gefasstes Premium Weingut zu übernehmen. Die Gruppe Accolade Wines, die von der in Sydney ansässigen Champ Privity Equity gesteuert wird, bestätigte jüngst exklusive Gespräche zur Übernahme der im Herzen des Barossa Valley gelegenen und preisgekrönten Grant Burge Wines. „Wir sind lediglich in Verhandlungen - eine Entscheidung ist noch nicht gefallen“, heißt es auf Nachfrage bei Accolade Wines.

 

Analysten für Investitionen in der internationalen Weinszene sind sich einig: Es gibt einen deutlichen Trend für Konsolidierungen in der australischen Weinindustrie. Vor kurzem kündigte die Marke Yellow Tail, die zur Familie Casella gehört an, dass sie vorerst 87,5 Prozent der Anteile von Peter Lehmann Wines übernommen hat und auch die restlichen 12,5 Prozent zukünftig erwerben will. Parallel schließt die Treasury Wine Estate die historische Ryecroft Winery im McLaren Vale, um Kosten zu sparen. 

Die Konsolidierung trifft die australische Weinindustrie nicht unverhofft. In den letzten zehn Jahren kämpften die Güter um Rentabilität, die durch ungünstige Wechselkurse und hartem Wettbewerb auf den Zielmärkten sowie durch Überproduktion für viele Erzeuger - darunter auch namhafte, renommierte Güter - kaum zu erreichen war. Auf der andern Seite nutzen zur Zeit finanzkräftige und in der Weinbranche etablierte Private Equity Gesellschaften die finanzielle Instabilität der Güter aus, um ihre eigenen Position im Premium-Segment des Marktes zu stärken.

„Konsolidierungen im australischen Weinsektor sind längst überfällig“, zitiert die regionale Presse Toby Langley, Direktor beim Weinmakler Gaetjens Langley, der auch die Familie Casella bei der Übernahme von Peter Lehmann Wines beraten hat. „Nach meinem Gefühl beginnt sich gerade das Tempo der Konsolidierung zu beschleunigen. Ich denke, dass sich das Tempo in 2015 und 2016 noch erhöhen wird.“

Die aus England stammende Familie Burge begann in 1855 mit der Weinherstellung im Barossa Valley. Aber erst 1988 gründete Grant Burge und seine Frau Helen die Grant Burge Winery und führten das Gut damit in der sechsten Generation ins 21. Jahrhundert. Deren ältester Sohn Toby ist für die Weinberge und die Qualität der Trauben verantwortlich. Sein jüngerer Bruder Trent führt die Kellerarbeit. Und Tochter Amalia verantwortete bis 2008 das Marketing, bevor sie internationale Jobs in der Weinbranche annahm, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Alle Kinder von Grant Burge teilen die Vision des Vaters und waren eigentlich darauf eingestellt, die Familientradition fortzuführen und die erarbeitete Premium-Qualität ihrer Weine weiter auszubauen.

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