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WEIN & CO

Ostern 2016: Außergewöhnliche Eierfunde in Frankens Weingütern
Was sich die Winzer Rainer Sauer aus Escherndorf und Ludwig Knoll aus Würzburg in den Keller gestellt haben, war in 2008 wahrlich ein dickes Ei. Es ist aus Beton, stammt aus Österreich, fasst 900 Liter und soll mithelfen, große Weine mit langer Lagerfähigkeit zu erzeugen. (© Fränk. Weinbauverband - Christoph Weiß)

DEUTSCHLAND (Würzburg) - Sie sind mannshoch, aus grauem Beton, fassen 900 Liter und sehen aus wie überdimensionale Ostereier. Klarer Vorteil für den Osterhasen: Diese Eier sind quasi unzerbrechlich und er muss sie auch nicht anmalen. Ihr Beton-Grau ist gewünschter Kontrast zwischen Holzfässern und Stahltanks in den fränkischen Weinkellern. Deutlicher Nachteil: viel zu schwer. Mit Inhalt wiegt jedes Ei knapp drei Tonnen. Deshalb hat sich der Osterhase dafür entschieden, sie dort zu lassen, wo sie sind. 

 

Die Füllung der außergewöhnlichen Eier: Keine Schokolade sondern feinster Silvaner aus den Premiumlagen Weinfrankens. Dort widmet sich ein halbes Dutzend Winzer seit einigen Jahren dem Wein-Ausbau im Beton-Ei. Die Weine, die darin reifen – so sagen sie – haben eine besonders ausgeprägte mineralische Struktur. Das steht dem fränkischen Silvaner sehr gut. Fachleute behaupten, der Wein liebe es, sich frei im Ei bewegen zu können. Keine störenden Ecken und Kanten oder sonstige Hindernisse – stattdessen ein Leben im Goldenen Schnitt. Wem würde das nicht gefallen? Und schließlich ist das Ei die Urform des Lebens. Gehen wir also davon aus, dass es auch die passende „Brutstätte“ für einen ausgezeichneten fränkischen Silvaner ist. 

Wer waren die fränkischen "Urväter"? Gestartet wurde das Experiment „Beton-Ei“ in Franken 2008 von den Winzern  Ludwig Knoll und Rainer Sauer. Beide hatten sich jeweils ein solches Ei für ihren Weißweinausbau angeschafft und begaben sich damit auf önologisches Neuland. Nicht so sehr, was die Form betrifft, denn das Ei ist im Weinbau eine Hommage an die „Ur-Önologen“ aus Georgien. Dort werden die Weine auch heute noch in ovalen Kvevris ausgebaut – das sind große Tongefäße, die vollständig im Boden eingegraben sind. Vielmehr stieß das Material Beton in der Branche zunächst auf Skepsis. 

Ein Baustoff als Wiege für ausgezeichnete Weine? Das warf Fragen auf. Beantwortet wurden diese mit den ersten Verkostungen. Und siehe da: Der Beton erwies sich als optimale Kinderstube. Die im Beton-Ei gereiften Weine überzeugten Kritiker, Kenner und Kunden gleichermaßen. Sie brillieren mit einer besonders mineralischen Spannung – fast salzig spiegeln sie ihre Herkunft. (pressemeldung)

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